Mythos: "Halbe Umdrehung zurück"

Fast jeder Taucher hat folgenden Satz schon einmal gehört: "Drehe deine Flasche ganz auf und dann eine halbe Umdrehung zurück.". Sehr viele Taucher machen dies auch immer noch so, weil sie es so gelernt haben.


Aber wieso macht man diese halbe Umdrehung (einige sprechen auch von einer Viertel Umdrehung) zurück? Und vor allem: Sollte man diese Umdrehung wirklich machen? Dies schauen wir uns nun mal etwas genauer an.






Wie es angefangen hat

Früher waren die Flaschenventile noch nicht so präzise und zuverlässig gebaut wie heute. Daher kam es auch öfters mal vor, dass Flaschenventile beim kompletten Aufdrehen beschädigt wurden. Daher hat man damals die halbe Umdrehung zurück eingeführt, damit die Flaschenventile länger hielten.


Halbe Umdrehung zurück - Heute?

Das Material und die Ventile haben sich laufend verbessert und das Risiko, dass man eine Flasche nicht mehr schliessen kann, ist eher klein. Und sollte dies doch mal der Fall sein, ist das auch nicht weiter schlimm, da es keine Situation beim Sporttauchen gibt, in der man seine Flasche unter Wasser zudrehen müsste.


Was aber passieren kann, ist, dass fälschlicherweise die Flasche nicht komplett auf und dann um eine halbe Umdrehung zurück gedreht wird, sondern genau anders rum. Also erst ganz zu und dann eine halbe Umdrehung auf.


Gerade wenn es auf dem Boot mal wieder etwas hektisch wird und der Buddy noch nicht so erfahren ist, kann dieser Fehler beim Buddycheck schnell mal passieren. An der Oberfläche wird ein halb geöffnetes Ventil meist nicht mehr erkannt. Erst beim Abtauchen, wenn die Luft dichter wird, wird auch das Atmen schwerer und im dümmsten Fall kann dann nicht mehr genügend Luft durch das nur halb aufgedrehte Ventil strömen.


Deshalb gibt es eigentlich nur zwei Positionen für dein Flaschenventil: Komplett auf oder komplett zu.

Machst du eine halbe Umdrehung zurück?

  • Ja - So habe ich es gelernt

  • Nein - Ich wusste es bereits