Wie Tief darf man als PADI Divemaster tauchen?
- Daniel Kistler
- vor 16 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Diese Frage wird in nahezu jedem PADI Divemaster Kurs und PADI Instructor Development Course (IDC) gestellt. Interessanterweise kennen selbst viele zertifizierte Divemaster die genaue Antwort nicht.
Als PADI Course Director Daniel Kistler ("KID") aus der Schweiz bilde ich viele PADI Divemaster und PADI Tauchlehrer im Mittelmeer aus. Dabei stelle ich immer wieder fest, dass viele Taucher die Ausbildungstiefe, die empfohlene Tauchtiefe und die Ausbildungsziele des Divemaster-Kurses miteinander verwechseln.

Der PADI Divemaster Kurs erweitert nicht deine Tiefengrenze
Der PADI Divemaster Kurs ist keine Ausbildung, um tiefer tauchen zu dürfen. Das Hauptziel des Kurses besteht darin, deine Tauchfertigkeiten, Problemlösungsfähigkeiten, Tauchtheorie und Professionalität auf ein neues Niveau zu bringen.
Während deiner Ausbildung arbeitest du intensiv an:
Tauchfertigkeiten und Demonstrationsqualität
Rettungsfähigkeiten
Tauchplanung
Gruppenführung
Risikomanagement
Professionellem Verhalten als Vorbild für andere Taucher
Der Fokus liegt also darauf, ein kompetenter Tauchprofi zu werden und nicht darauf, neue Tiefenrekorde zu erreichen.
Die maximale Tiefe für PADI Divemaster
Ein zertifizierter PADI Divemaster darf innerhalb seiner Ausbildung und Erfahrung bis zur empfohlenen maximalen Sporttauchtiefe von 40 Metern tauchen, sofern er eine Ausbildung als PADI Deep Diver (oder äquivalent) hat. Fehlt diese Ausbildung, ist die Tiefengrenze bei 30 Metern.
Wichtig zu verstehen:
Die Divemaster-Zertifizierung selbst verleiht keine zusätzlichen Tiefenprivilegien gegenüber den allgemeinen PADI Empfehlungen für Sporttaucher.
Wer sicher auf 40 Meter tauchen möchte, sollte über die entsprechende Ausbildung, Erfahrung, Ausrüstung und die richtigen Umweltbedingungen verfügen.
Das Deep Dive Szenario im PADI Divemaster Kurs
Ein weiterer Punkt sorgt regelmäßig für Verwirrung:
Viele Kandidaten glauben, dass sie beim Deep Dive Szenario des Divemaster-Kurses zwingend die 40 Meter erreichen müssen.
Das stimmt nicht.
Das Ziel des Deep Dive Szenarios besteht nicht darin, möglichst tief zu tauchen. Vielmehr geht es darum, die Planung, Organisation, Durchführung und Beaufsichtigung eines Tieftauchgangs professionell umzusetzen. Dazu zählt zum Beispiel auch die Organisation von einer Zusätzlichen Luftversorgung wie ein Drop-Cylinder oder eine zusätzliche Pony-Flasche.
Die Qualität der Durchführung ist wesentlich wichtiger als die tatsächlich erreichte Tiefe.
Profi-Tipp für PADI Tauchlehrer
Für PADI Tauchlehrer, die Divemaster-Kandidaten ausbilden, gibt es hier eine interessante Möglichkeit:
Das Deep Dive Szenario im PADI Divemaster Kurs entspricht inhaltlich sehr stark dem zweiten Ausbildungstauchgang des PADI Deep Diver Specialty Kurses.
Wird das Divemaster Deep Dive Szenario nach den Anforderungen von Deep Diver Specialty Dive 2 aus dem aktuellen Instructor Manual durchgeführt, kann dieser Tauchgang unter bestimmten Voraussetzungen auf den PADI Deep Diver Kurs angerechnet werden.
Dadurch entsteht für den Kandidaten ein attraktiver Vorteil:
Deep Dive im Advanced Open Water Diver Kurs = Deep Dive 1
Deep Dive Szenario im Divemaster Kurs = Deep Dive 2
Anschließend sind nur noch zwei weitere Deep Diver Specialty Tauchgänge erforderlich
So kann ein Divemaster-Kandidat gleichzeitig wertvolle Erfahrung sammeln und effizient auf den Abschluss seiner Deep Diver Specialty hinarbeiten.
Wichtiger Hinweis für Tauchlehrer
Damit eine solche Anrechnung möglich ist, musst du als ausbildender Instructor über die Qualifikation PADI Deep Diver Specialty Instructor verfügen und den Tauchgang vollständig nach den Standards und Leistungsanforderungen des Deep Diver Specialty Kurses durchführen und dokumentieren.
Fazit
Als PADI Divemaster geht es nicht darum, tiefer als andere Taucher zu tauchen. Der Fokus liegt darauf, ein sicherer, kompetenter und professioneller Tauchführer zu werden.
Die maximale empfohlene Tiefe liegt bei 40 Metern bei entsprechender Ausbildung, doch der PADI Divemaster Kurs selbst dient nicht dazu, neue Tiefenlimits freizuschalten. Viel wichtiger sind Erfahrung, gutes Urteilsvermögen und die Fähigkeit, andere Taucher sicher zu begleiten.
Aus meiner Erfahrung als PADI Course Director Daniel Kistler ("KID") in der Ausbildung von Divemastern und Tauchlehrern im Mittelmeer sind genau diese Fähigkeiten später entscheidend für den Erfolg als Tauchprofi – nicht die Zahl auf dem Tiefenmesser.




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