Lohnt es sich, Divemaster oder Tauchlehrer zu werden?

Aktualisiert: 19. Nov.

Viele Taucher träumen davon, irgendwann auf einer wunderschönen Insel am Meer zu leben und sein Geld mit Tauchen zu verdienen. Doch entspricht dies auch der Realität? Wie schwer ist der Weg zum Dive Pro und lohnt es sich überhaupt? Oder bleibt dies für viele einfach nur ein Traum?

Daniel Kistler als PADI Tauchlehrer auf dem Schiff nach einem Tauchgang zur Zenobia. Mit einem Aqualung Wetsuit und Apeks XTX200 Regulator
Daniel Kistler - PADI Tauchlehrer auf Zypern nach einem Tauchgang beim Zenobia Wreck

Mein Name ist Daniel Kistler, ich bin PADI Tauchlehrer und, zusammen mit Tamara, Inhaber der Tauchschule CyprusDivingCentre auf Zypern. Vor einigen Jahren habe ich mich genau das gefragt und teile hier gerne meine persönlichen Ansichten mit euch.


Der Anfang

Wie bei den meisten Tauchern hat es bei mir auch mit einem Schnuppertauchgang und anschließendemPADI Open WaterDiver angefangen. Das war im Jahr 2011. Ich war einfach begeistert von der Unterwasserwelt, der Ruhe und dem Gefühl einfach Schwerelos in einer anderen Welt zu schweben. Und schon zu Beginn habe ich natürlich zu meinem Tauchlehrer hochgeschaut und gedacht; „WOW – was hat der für ein Leben!“. Lebt hier auf einer wunderschönen Insel, wird dafür bezahlt abzutauchen, Stress scheint er auch keinen mehr zu haben und er war einfach nur glücklich! Und ich muss in wenigen Tagen wieder zurück in die Schweiz... Zurück in die Küche, jeden Tag Stress, meistens schlechtes Wetter und überhaupt ist eigentlich gerade alles nicht so wie ich es mir wünsche. Schon da habe ich Witze darüber gemacht, dass ich irgendwann auch als Tauchlehrer auf einer Insel arbeiten werde. Doch natürlich waren dies eigentlich eher Träume. Ich kann ja nicht einfach alles hinschmeißen und davon ziehen? Oder etwa doch?


Viele Jahre als Urlaubstaucher

Nach der Ausbildung kam die Realität für mich zurück. Das Tauchen wurde ein Urlaubshobby. Somit sammelte ich die ersten paar Jahre vielleicht 4-8 Tauchgänge pro Jahr – oder auch mal gar keine. Immer wenn ich tauchen war, kamen die Träume wieder vom Leben am Meer und der Freiheit. Doch es blieb ein Urlaubshobby. Bis sich in der Schweizer Armee eine gute Freundschaft zu Michi entwickelt hat.


Auch er hat soeben seinen Tauchschein gemacht und wir dachten uns „Hey – wieso gehen wir nicht mal in der Schweiz zusammen tauchen?“. Gesagt, getan. Der erste Tauchgang war eher etwas ungemütlich, da wir nicht wussten, wie kalt die Schweizer Seen werden können. Aber es hat uns gepackt, und so habe ich auf einmal um die 50 Tauchgänge pro Jahr gemacht.Michi hat dann irgendwann angefangen, seinen PADIDivemaster Kurs in der Schweiz zu machen. Für mich war dies keine wirkliche Option, ich wollte ans Meer.


Mittlerweile hat sich aber auch mein privates Leben etwas verändert. Ich war nicht mehr Koch, sondern Offizier in der Schweizer Armee als Zeitmilitär. Der Plan war eigentlich eine Berufsoffizier-Laufbahn. Mein Job in der Schweiz hat mir eigentlich richtig Spaß gemacht. Doch dennoch, bin ich jeden Tag aufgestanden und etwas hat mir gefehlt. Am Morgen früh, es war meistens kalt, dunkel und irgendwie war es halt doch einfach ein Arbeitstag.


Der Wendepunkt

Ich war in einer Phase, wo ich einfach nicht mehr genau wusste, was ich will. Eigentlich war mein Ziel ganz klar eine Karriere bei der Schweizer Armee. Dann habe ich Tamara kennengelernt. Wir haben uns getroffen und kamen auch zusammen. Jedoch gab es da ein großes ABER. Wir haben uns kennengelernt, kurz bevor sie für 6 Monate auf Reisen ging. Somit hatten wir nur wenige Wochen zusammen und dann flog sie nach Australien. Ich blieb zurück in der kalten Schweiz. Da habe ich gemerkt: Ich muss etwas ändern. Kurzerhand habe ich alles hingeschmissen, hab mir ein Flugticket besorgt und bin Tamara nach Australien nachgereist. Somit waren wir die nächsten 5 Monate zusammen unterwegs und haben die Welt erkundet. Dabei wurde mir klar – Ich kann nicht zurück in die Schweiz. Ich muss es jetzt probieren oder ich werde es womöglich irgendwann stark bereuen.


Wichtige Gedanken dazu

Was für mich auf jeden Fall sehr wichtig war, war zu wissen, dass ich eine gute Ausbildung gemacht habe, gute Arbeitszeugnisse hatte und dadurch auch eine Sicherheit hatte. Und das rate ich auch heute noch jedem, der gerne Tauchlehrer werden möchte. Mach erst eine Ausbildung, sammle etwas Arbeitserfahrung und halte dir einfach Türen offen. Es ist immer gut, eine Absicherung zu haben.



Hast du schon mal davon geträumt, mit Tauchen dein Geld zu verdienen?

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Die Ausbildung zum PADI Divemaster

Während unserer Reise sind wir auch auf Koh Tao in Thailand gelandet. Eine tolle Taucherinsel. Da haben wir gemeinsam beschlossen dort hin zurückzufahren und unseren PADIDivemaster Kurs zu machen. Aufgrund dessen, dass wir unsere Ausbildung in einer der größten PADI Tauchschulen der Welt gemacht habe, haben wir auch viele andere Divemaster Kandidaten kennengelernt.


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